Am 18.3. besuchte die Nachhaltigkeits-AG einen Vortrag der Volkshochschule Laupheim mit dem Titel: „Dialog statt Debatte – Gespräche von Mensch zu Mensch“. Unter der Leitung einer Vertreterin des Vereins „Mehr Demokratie“ wurde uns das Format Sprechen & Zuhören nähergebracht.
Dabei geht es darum, sich in kleinen Gruppen über ein vorgegebenes Thema auszutauschen. In diesem Fall lautete die Leitfrage: „Wie geht es dir mit dem Thema Vielfalt?“ Die Teilnehmenden wurden in drei Vierergruppen mit gemischtem Alter eingeteilt. In insgesamt drei Runden hatte jede Person jeweils vier Minuten Zeit, ihre eigenen Gedanken zu äußern.
Besonders war dabei, dass während des Sprechens absolute Stille herrschte. Wenn einer Person einmal nichts mehr einfiel, blieb es trotzdem ruhig. Niemand sprang ein oder kommentierte das Gesagte, sondern die Stille wurde bewusst ausgehalten. So konnte jede Person selbst entscheiden, wie sie ihre vier Minuten gestaltet.
Dieses Format basiert auf vier klaren Regeln:
- Erstens die Stille während des Sprechens.
- Zweitens das Zuhören ohne zu kommentieren oder zu unterbrechen, auch wenn man selbst anderer Meinung ist.
- Drittens das Sprechen aus der eigenen Perspektive, also ohne andere Ansichten direkt zu bewerten.
- Dadurch wird das gegenseitige Verständnis gefördert, da es nicht darum geht, zu diskutieren, sondern nachzuvollziehen, wie es anderen mit dem gewählten Thema geht.
Falls jemand an die Regeln erinnert werden musste oder eine Reaktion gezeigt werden wollte, durfte dies, laut der vierten und letzten Regel, nur über Handzeichen erfolgen.
Danach wurde im Plenum darüber gesprochen, wie sich die Teilnehmenden während den Gesprächen gefühlt haben. Inhaltlich waren sich an dem Abend alle einig, dass Vielfalt eine Bereicherung ist und als etwas Positives gewertet wird. Die Erfahrungen mit dem Format selbst, waren dagegen unterschiedlich. So fiel es den einen schwer, überhaupt die vier Minuten zu füllen, während andere gerne noch länger geredet hätten. Der eine hatte die meisten Ideen direkt zu Beginn, der nächste entwickelte seine Ideen erst während den Runden. Gerade zu Beginn war es für viele ungewohnt, einfach anzufangen, ohne direkte Reaktionen der anderen zu bekommen. Auch nicht direkt auf das Gesagte reagieren zu dürfen, ist eine Herausforderung, da man es im Alltag natürlich anders kennt.
Gemeinsam war dennoch, die insgesamt positive Auffassung des Formats. Es wurde von allen Seiten als sehr interessant wahrgenommen und viele konnten sich vorstellen, diese Methode, auch über den Abend hinaus, bei schwierigeren Diskussionsthemen anzuwenden.


