„Ich weiß noch, dass man zu Beginn was bieten muss, wenn man die Aufmerksamkeit von Jugendlichen will“, beginnt Oliver Rafensteiner seinen Vortrag vor der Klasse 9b. „Also, wer will wissen, wie man sicher Millionär wird?“ Logisch, dass die Hände da schnell nach oben gehen. Und tatsächlich, eigentlich scheint es ganz einfach, Millionär zu werden. Der Schlüssel dazu heißt „Zeit“: Wer konsequent jeden Monat 136 Euro investiert, – so rechnet der Gast den Schülern überzeugend vor – hat nach 55 Jahren dank Aktienmarktrenditen und des Zinseszinseffekts ein knapp siebenstelliges Kapitalvermögen.
Nun geht es Oliver Rafensteiner natürlich weniger darum, den Schülern einfach von Geld vorzuschwärmen. Er ist aus einer anderen Motivation ans CLG gekommen. Begonnen hat er seine berufliche Laufbahn bei einer regionalen Bank. Nach Jahren im Privatkundengeschäft war er lange in der Wertpapier- und Anlageberatung tätig. Vor zwei Jahren hat er sich als Vermögensmanager in Laupheim selbstständig gemacht. „Ich habe meine Leidenschaft zum Beruf gemacht“, erklärt er, und da es ihm gut gehe, sei es ihm ein großes Anliegen, etwas zurückzugeben. Zum Beispiel an junge Menschen, weshalb er mit seinem Workshop dafür sensibilisieren möchte, frühzeitig finanziell vorzusorgen. Denn wer zeitig beginne, ein Vermögen aufzubauen, erlange finanzielle Freiheit und diese sei schließlich Voraussetzung, das Leben nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten. Das große Geheimnis des Vermögensaufbaus ist der Zinseszins, den er den verblüfften Schülern anhand verschiedener Beispiele und Charts aufzeigt.
Und wie funktioniert das konkret? Der Plan hinter dem cleveren Umgang mit dem eigenen Geld ist das „Töpfemodell“. Dabei legt man für sich konkret fest, welche finanziellen Ziele jedem individuell wichtig sind. Danach werden die Einnahmen prozentual beispielsweise für Haushalt (Sparen, Spaß, Spenden …) und Vermögensbildung verwendet. Als Beispiel stellt Oliver Rafensteiner der 9b sein ganz persönliches „Töpfemodell“ vor. Dann sind die Schüler selbst dran: Sie erhalten den Auftrag, für einen fiktiven Auszubildenden/Studenten selbst einmal Prioritäten zu setzen und die Aufteilung auf verschiedene Töpfe vorzunehmen. Spannend, wie unterschiedlich die Ergebnisse der Schülergruppen letztlich ausfielen. Ob es mit diesen Entscheidungen wohl bei allen zur Million reichen würde? „Letztlich ist das nicht das Wichtigste“, fasst Oliver Rafensteiner seinen kleinen Workshop zusammen: „Entscheidend ist, dass man sich früh Gedanken über seine Finanzen macht. Ich hätte mit meinem heutigen Wissen früher einiges anders gemacht. Das möchte ich den Schülern mitgeben!“


