Am 22. Januar 2026 hielt Ethik-Professor Dr. Koch von der Universität Freiburg in Biberach einen Vortrag zur Frage, ob Kriege ethisch gerechtfertigt werden können.
Grundsätzlich gelten Kriege als ethisch nicht erlaubt, da sie menschliches Leid verursachen. Die Theorie des „gerechten Krieges“ versucht jedoch, Ausnahmen unter sehr strengen Bedingungen zu definieren. Als Gegenpositionen wurden der radikale Pazifismus, der jede Gewalt ablehnt, sowie der politische Realismus und der Militarismus vorgestellt. Diese Ansätze unterscheiden sich darin, welche Rolle Moral im Krieg spielt.
Ein wichtiger Teil des Vortrags bezog sich auf den Weltkatechismus, der Bedingungen für einen gerechten Verteidigungskrieg nennt. Dazu gehören ein schwerer und anhaltender Angriff, das Ausschöpfen aller friedlichen Mittel, eine realistische Erfolgsaussicht und die Verhältnismäßigkeit der eingesetzten Waffen.
Abschließend wurde das Konzept des „gerechten Friedens“ vorgestellt, das den Fokus auf Menschenrechte und friedliche Konfliktlösungen legt. Der Vortrag zeigte, dass Kriege nur in Ausnahmefällen ethisch gerechtfertigt werden können und dass der Aufbau eines gerechten Friedens im Mittelpunkt stehen sollte.
Zum Abschluss gab es eine ausführliche Fragerunde, die von den Zuhörenden intensiv genutzt wurde. Dabei wurden viele interessante und kritische Fragen gestellt, die zu einer lebhaften Diskussion führten und das Thema weiter vertieften.

