Am 02. Dezember 2025 besuchte die Nachhaltigkeits-AG des CLG einen Vortrag von Autorin und Professorin Sonja Dümpelmann mit dem Titel „Wald-Stadt-Wald“.
Sonja Dümpelmann ist Professorin und Lehrstuhlinhaberin für Environmental Humanities an der LMU München und forscht zur Landschafts-, Stadt- und Umweltgeschichte.
In dem Vortrag ging es um die gezielte Pflanzung von Bäumen in der Stadt und die Bedeutung dieser Stadtbäume für die Menschen. Sonja Dümpelmann begann ihren Vortrag mit einer Frage an das Publikum, ob wir denn einen Lieblingsbaum haben und warum dieser Baum uns so viel bedeutet. Anschließend erklärte sie uns, dass Bäume schon seit langer Zeit für den Menschen eine große Bedeutung haben und ebenso das Pflanzen von Bäumen in der Stadt. Städte wurden durch die Schaffung von Gärten und Parks sowie Straßenbepflanzungen «naturalisiert», während Bäume im 19. und 20. Jahrhundert «urbanisiert» wurden.
Des Weiteren stellte sie sechs wichtige Bedeutungen von Straßenbäumen für den
Menschen auf:
Klima:
Bäume verbessern das Stadtklima, reduzieren Feinstaub in der Luft und bieten an heißen Tagen Schatten.
Ästhetik:
Bäume stellen schöne Kontraste zu Gebäuden dar und verschönern Städte. Sie stehen für Vielfalt und tragen zum Vogelschutz bei. Außerdem machen sie eine Stadt durch vielfältige Straßenbaumbepflanzungen abwechslungsreicher. Baumschulen suchen obendrein nach einem perfekten Musterbaum für Städte, der optimal an diese angepasst sein sollte.
Material:
Durch die Pflanzung von Bäumen in der Stadt dient diese als Produktionsort für natürliche Produkte. Das gewonnene Holz kann vielfältig genutzt werden, wie z.B. als Brennholz. Außerdem ist Holz ein nachwachsender Rohstoff und ist somit nachhaltig.
Identität:
Bäume können auch zu Trägern und Zeichen emotionaler Werte werden. Sie können unter anderem bei Massenvermehrung als Plage wahrgenommen werden. Andere Baumarten werden sogar mit Rassismus in Verbindung gebracht.
Aktivismus:
Manchmal bewegen Bäume auch Menschen zu bestimmten Handlungen, wie z.B. die Straßenbaum-Initiative in Ost-Berlin oder der Aufruf von Aktivisten zum vermehrten Schutz der Bäume.
Umweltgerechtigkeit:
von Straßenbaumbepflanzungen in verschiedenen Stadtteilen führen zu einer ungleichen Verteilung von Feinstaub, Schadstoffen,usw. Deshalb wurde der Ausgleich der Bepflanzung von vielen Stadtverwaltungen als Ziel festgelegt.
Zum Schluss kam Sonja Dümpelmann noch auf den Klimawandel und den damit einhergehenden Wandel der Stadtbaumbepflanzung zu sprechen, der somit auch das Stadtbild verändern wird.
