Eine eigene CLG-Gedenkmünze? Die „Staatliche Münze“ Stuttgart macht’s möglich

Nach einem kleinen unbeabsichtigten Abstecher über das benachbarte LKA näherte sich der Wirtschaftskurs der KS2 einem unscheinbaren Gebäude in Bad Cannstatt. „Wir wollen auch gar nicht so einfach gefunden werden“, erklärte Münzdirektor Thomas Bader, als er von dem kleinen Umweg der CLGler erfuhr. „Ein großes Schild an der Straße mit der Aufschrift ‚Hier gibt’s Millionen an Euromünzen‘ ist nicht so in unserem Interesse“, schmunzelte er.

Wirtschaftskurs vor der Münzprägeanstalt

In seinem Betrieb, der „Staatlichen Münze Baden-Württemberg“ rieseln schließlich 15000 Münzen pro Minute durch die Spezialmaschinen der Firma Schuler aus dem schwäbischen Göppingen. Im Jahr ergibt das 1,5 Milliarden Münzen, die in der größten Münzprägeanstalt Deutschlands hergestellt werden. Ca. 40 Prozent aller deutschen Umlaufmünzen kommen von hier und werden an die Deutsche Bundesbank ausgeliefert. Erkennbar sind sie an einem eingeprägten F oder G, den Prägezeichen der Münzstätten Stuttgart und Karlsruhe. Dementsprechend gut ist das Gebäude gesichert. Wobei er sich so viele Sorgen nicht mache, führt Thomas Bader auf Anfrage weiter aus. Einen großen Millionenbetrag alleine in Münzen hier herauszutragen, erfordere schon einen gewissen Aufwand. Das Augenmerk liege vor allem auf den „Stempeln“, die zur Münzprägung genutzt werden. Würden diese entwendet, ließe sich damit natürlich Falschgeld herstellen. Neben Münzen als Zahlungsmitteln werden in Cannstatt aber auch viele deutsche Gedenkmünzen sowie Medaillen hergestellt. Hierbei dreht es sich um Sammlermünzen oder auch Münzen und Medaillen als Investitionsobjekte. Man könnte sich mit dem nötigen Kleingeld sogar persönliche und individuelle Gedenkmedaillen herstellen lassen, erklärte der Münzdirektor seinen Besuchern.

Nach der Besichtigung der Münzstätte stand noch ein Gespräch über die allgemeine Funktion von Geld auf dem Besuchsprogramm. Wie er denn als Chef einer Münzprägeanstalt zu digitalem Bezahlen stehe, wollten die Schüler wissen. Das mag euch sonderbar vorkommen, leitete Thomas Bader seine Antwort ein, aber er sehne den digitalen Euro herbei. Nur dieser könne den europäischen Zahlungsverkehr aus der Abhängigkeit von außereuropäischen Finanzdienstleistern befreien. Das bedeute aber nicht, dass eine bargeldlose Welt zu erwarten, geschweige denn zu begrüßen sei. Nur ein parallel stattfindender Bargeldverkehr, so seine Überzeugung, mache resilient gegenüber Cyberangriffen oder dem Ausgeliefertsein an private Zahlungsdienstleister. Nicht umsonst würden Länder wie Schweden gesetzlich inzwischen wieder den Rückwärtsgang einlegen, was die „Abschaffung“ von Bargeld angehe. Um seinen spannenden Job, so schloss er vergnügt, mache er sich auch zukünftig keine Gedanken.

Wirtschaftskurs bei der Münzprägeanstalt