Geschichten aus Vergangenheit und Zukunft
Am 06.11.2025 besuchte die Nachhaltigkeits-AG des CLG einen Vortrag des Autors und Drehbuchautors Christoph Fromm, bekannt durch die Verfilmung des (Anti-)Kriegsfilms Stalingrad.
Können wir Menschen aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen? Das war die Leitfrage der Lesung und wurde anhand der Erlebnisse fiktiver deutscher Soldaten vor Stalingrad ausgeführt.
Christoph Fromm erlebte in seiner Kindheit persönlich den Kontakt zu Kriegsveteranen des Zweiten Weltkriegs. Viele dieser Menschen fanden nach dem Krieg keinen Weg mehr in ein normales Leben und suchten den Austausch mit anderen, die ähnliche Erfahrungen gemacht hatten.
Dies führte ihn zur Aufarbeitung von Problemen des Krieges, von Gewalt, Schuld, Mythen und der Hoffnung auf Frieden und welchen Einfluss auf Verhalten und Moral der Betroffenen dies hat. Einige sehen Krieg als notwendiges Erlebnis, während andere, wie er selbst, diese Erfahrung ablehnen. Krieg bringt instinktive und primitive Seiten des Menschen hervor und kann Hemmungen und Rationalität verdrängen. Dabei kann die unübliche und immense Macht, die der Krieg dem Einzelnen verleiht, die Fähigkeit, klar zu denken oder zu reflektieren, stark beeinflussen. Gleichzeitig besteht die Gefahr der Faszination, sodass Menschen auf diese extremen Erfahrungen höchst irrational reagieren.
Der Autor beleuchtete eindrucksvoll, wie sich Krieg auf Menschen auswirkt – psychisch, emotional und moralisch. Der historische, aber fiktionale Roman Stalingrad eröffnet Perspektiven: von der Realität des Zweiten Weltkriegs bis hin zu einer möglichen archaischen Zukunft mit Faschismus und religiöser Fanatismus.
Wie verändert sich unser Blick auf den Krieg, wenn er durch die Augen von Tätern oder Opfern erzählt wird, und lassen sich diese Rollen überhaupt so einfach unterscheiden?
Auch die Erzählungen des Autors zwischen den Leseabschnitten zur Recherchearbeit hinterließen bei den Zuhörern beklemmende Nachdenklichkeit.

